Chemisenkleidchen für das Säuglings- und Kleinkindalter

In der Kindermode des späten 18ten Jahrhunderts erscheinen zum ersten Mal feine helle Musselinkleider, noch lange bevor sie auch in der Damenmode Fuß fassen werden.Sie werden von beiden Geschlechtern, und häufig mit einer kontrastierenden Schärpe getragen.

das Chemisenkleidchen als Tragekleid für einen Säugling

Dieses Modell ist nach einer Anleitung von 1806 und einem Portrait von 1802 gefertigt, und wurde tatsächlich im Alter von 5 Monaten bis zweieinhalb Jahren getragen, zuerst als langes Tragekleidchen, dann fürs Laufenlernen durch Biesen gekürzt, und schließlich mit dem Wachstum graduell wieder ausgelassen. Die Weite läßt sich durch das Zugband im Ausschnitt und die Schärpe leicht regulieren.

Das an sich recht schlichte weiße Kleidchen läßt sich mit einer farbigen Schärpe oder auch langen Unterärmeln bei kühlem Wetter kombinieren.

dieses kleine Mädchen in ihrem Chemisenkleid ist etwa 18 Monate alt, das Kleid ist zum Laufen gekürzt

die schlichte, aber elegante Ärmelkonstruktion nach einer Anleitung von 1806

langärmelige Untertaille aus Trikot für kalte Tage

Dieses Modell besitzt ebenfalls eine großzügige Wachstumsvorsorge und kurze, leicht geraffte Ärmel. Zu dem Kleidchen gehören drei auswechselbare Seidenschärpen in verschiedenen Farben, die sich die kleine Trägerin selber aussuchen durfte. Darunter wird ein am Leibchen festgeknöpfter Leinenunterrock getragen, da dieser Musselin alleine zu durchsichtig ist, und natürlich eine Chemise. Das Kleid ist nach denselben Prinzipien kosntruiert wie das obige Modell, und kann von Knaben und Mädchen von drei bis fünf Jahren getragen werden.

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Stand der Informationen: 21.2.2009